Arbeitnehmerinnen-Empfang 2014
Neue Kampagne der IG Metall - "Unser Jahr hat 365 Frauentage"
Aalen (oap) - Beim Arbeitnehmerinnen-Empfang anlässlich des Internationalen Frauentags stellt die IG Metall die neue Kampagne "Unser Jahr hat 365 Frauentage" vor.
Die Botschaft war klar und deutlich: "Wer die Besten will, kann auf Frauen nicht verzichten", sagte Iris Becker, Ressortleiterin Frauen- und Gleichstellungspolitik beim Vorstand der IG Metall, am Samstagvormittag zu den rund 180 Frauen beim Arbeitnehmerinnen-Empfang im Weststadtzentrum. Bereits zum zweiten Mal hatten die Verwaltungsstellen Aalen und Schwäbisch Gmünd den großen Empfang ausgerichtet. Der erste vor zwei Jahren hat Schule gemacht. Der diesjährige Arbeitnehmerinnen-Empfang wurde gleichzeitig landesweit gemeinsam mit der Bezirksleitung Baden-Württemberg veranstaltet.
Moderiert wurde der Vormittag von Petra Faulhaber (IG Metall Aalen) und Felicitas Nick (IG Metall Schwäbisch Gmünd). Beide Gewerkschaftssekretärinnen würden sich schon seit mehr als zwei Jahrzehnten für die Rechte der Frauen im Ostalbkreis einsetzen und seien dabei sehr erfolgreich, lobte Roland Hamm, Erster Bevollmächtigter der IG Metall Aalen und Schwäbisch Gmünd. "Heute für Morgen Zeichen setzen" sei das Motto des Internationalen Frauentags. Doch die IG Metall wolle das ganze Jahr über Zeichen setzen, sagte Faulhaber und begrüßte neben den 180 Arbeitnehmerinnen aus mehr als 30 Betrieben aus dem Ostalbkreis auch zahlreiche Vertreterinnen aus anderen Verwaltungsstellen.
Die neue Kampagne der IG Metall macht auf Themen aufmerksam, mit denen Frauen in ihrem Arbeitsalltag konfrontiert sind. Dazu gehören Chancengleichheit für Männer und Frauen, Vereinbarkeit von Arbeit und Privatleben, Entgeltgerechtigkeit und gute berufliche Entwicklungsperspektiven. Es gelte Stolpersteine wegzuräumen, aber auch darum, zurückzublicken, was bisher erreicht worden sei, meinte Monika Lersmacher, Bezirkssekretärin für Frauen- und Gleichstellungspolitik des Bezirks Baden-Württemberg. In den kommenden Tarifrunden werde das Thema Altersteilzeit eine wesentliche Rolle spielen, führte Lersmacher aus. "Wenn die Betriebe Altersteilzeit einführen wollen, dann brauchen sie auch andere Arbeitszeitmodelle", so Lersmacher. Es gehe um nichts Geringeres als die Vereinbarkeit von Arbeit und Leben, sagte Lersmacher und forderte die anwesenden Betriebsrätinnen auf, sich in ihren Betrieben einzumischen und mitzugestalten.
"Wir haben schon ziemlich viel erreicht", resümierte Becker. Moderne Männer könnten schon viele Aufgaben in der Familie übernehmen und es entstehe langsam ein Bild von Fairness, so Becker. Doch noch immer würde kein DAX-Unternehmen von einer Frau geführt. Im Vergleich zu den Männern klaffe immer noch eine Entgeltlücke von durchschnittlich 22,2 Prozent, erläuterte Becker. Diese Lücke würde mit zunehmenden Alter immer größer. Das wirke sich verheerend auf die Rente aus. Im Westen liegt diese bei durchschnittlich 520 Euro für Frauen. "Wer sich als alleinerziehende Mutter oder Vater durchschlägt, verdient Hochachtung und nicht Armut", rief Becker den Frauen zu und erntete großen Applaus.
Für jede Frage und jedes Problem gebe es eine Frau, die die Frage beantworten oder das Problem lösen könne, meinte Becker. Natürlich müssten Frauen, die eine entsprechende Position haben, für diese auch qualifiziert sein. Es gehe nicht darum, einfach Posten mit Frauen zu besetzen. Frauen müssten Chancen erhalten, sich familienfreundlich weiterzubilden. Kindertagesstätten in Betrieben oder entsprechende Plätze bei öffentlichen Einrichtung seien hervorragend und ein großer Schritt. Doch das allein reiche nicht, so Becker. "Attraktiv für Arbeitnehmer" heiße "familienfreundlich", meinte Becker. Dazu würden planbare Arbeitszeiten gehören und familienfreundliche Arbeitszeitmodelle. "Männer und Frauen wollen für die Familie da sein, wenn es darauf ankommt", so Becker. Teilzeit und Elternzeit dürfe nicht karrierehemmend sein. "Wir sind erst am Ziel, wenn sich jeder frei entscheiden kann, mit oder ohne Kinder Karriere zu machen", sagte Becker und fügte hinzu: "Lasst uns aufstehen für mehr Gerechtigkeit".
Ironisch, bissig und pointiert nahmen Susanne Geiger und Birgit Kruckenberg als musikalisch-feministiches Kabarett "Frauengold" die Geschlechterrollen aufs Korn. Als Dr. Renate Geigenhals und Margot Finkbeiner brachten sie mit Piano und Gesang die Anwesenden zum Lachen und sorgen für ausgelassene Stimmung. Alles in allem ein gelungener Tag, waren sich die Veranstalterinnen einig.
Fotos: Peter Hageneder
Links:
Aalener Nachrichten online vom 16.03.2014: Flexibilität ist das Gebot der Stunde
Schwäbische Post online vom 16.03.2014: Kabarett zum Arbeitnehmerinnentag
Letzte Änderung: 19.03.2014